Selektive Wahrnehmung

Die selektive Wahrnehmung spielt nicht nur in der Psychologie sondern vor allem auch in der Werbeindustrie eine besonders wichtige Rolle. Tatsache ist nämlich, dass Menschen ihre Aufmerksamkeit bestimmten Dingen nur bis zu einem bestimmten Punkt schenken können. Alles was darüber hinaus geht, kann vom Konsumenten eigentlich nicht bewältigt werden. Für den Werbenden ist es wichtig eine Botschaft zu vermitteln, die für den Kunden interessant ist.

Wir können frei auswählen welchen Dingen wir im Alltag Aufmerksamkeit schenken. Je interessanter der Reize ist, desto wahrscheinlicher ist, dass wir diesen Dingen unsere Aufmerksamkeit schenken. Desto wahrscheinlich ist auch, dass wir uns später noch einmal daran erinnern werden. In einem Experiment wurde eine Gruppe von Versuchspersonen dazu aufgefordert zwei Geschichten gleichzeitig zu hören: Auf dem einen Ohr hören sie Geschichte Nummer 1, auf dem zweiten Ohr hören sie Geschichte Nummer 2. Nach dem Experiment wurden die Testpersonen gefragt, an welche Geschichte sie sich noch erinnern können. Im Vergleich zu denjenigen, die nur eine Geschichte gehört haben, wussten die Probanden deutlich weniger über beide Geschichten bescheid. Die Wahrnehmung wurde also durch zwei Geschichten deutlich herabgesetzt.

Doch was passiert nun, wenn der Versuchsleiter die Testpersonen darum bittet beide Geschichten zu hören und dabei eine der Geschichten laut nachzusprechen? In diesem Fall kann der Testleister die Versuchsperson dazu bringen einer bestimmten Geschichte noch näher zuzuhören. Da ist es aber auch keine Überraschung, dass die Probanden sich eher an die Geschichte erinnern können, die sie laut aufgesagt haben. Dies ist ein weiterer Beweis für die Werbung: Je größer die Aufmerksamkeit und je größer die Verarbeitung, desto mehr Informationen werden wir später über eine bestimmte Botschaft parat haben. Wenn aber die Probanden nach der zweiten Geschichte befragt werden, ist das Ergebnis gleich null. Es ist so als habe die Testperson die Geschichte überhaupt gar nicht gehört. Doch wenn die Testpersonen die Geschichte nicht mehr wiedergeben können, heißt das automatisch, dass es keinen Effekt auf sie hatte? Nicht unbedingt.

Ein weiteres Experiment zeigt, dass es eine minimale Verarbeitung von Information im Gehirn gibt – auch wenn wir uns später an den Inhalt kaum erinnern können. In eienr Version dieses Experiments unterbricht der Testleiter die Testperson während er einer der Geschichten laut wiedergibt und Fragt den Probanden, was er in den letzten zwei Sekunden auf dem anderen Ohr gehört hat. Interessanterweise kann der Proband den Inhalt der letzten 1 bis 2 Sekunden auf dem „unaufmerksamen Ohr“ schnell und problemlos wiedergeben. 30 Sekunden nach dem Experiment wird sich die Testperson jedoch an gar nichts erinnern. Das bedeutet, auch wenn wir nicht aktiv einem Werbespot im Fernsehen oder im Radio zuhören: Es gibt immer eine Form der Verarbeitung, die immer wieder funktioniert.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass wir unmöglich unsere Aufmerksamkeit auf zwei Dinge gleichzeitig richten können. Dennoch ist es möglich, dass wir im Unterbewusstsein bestimmte Informationen verarbeiten, die wir jedoch nicht zu jeder Zeit wiedergeben können. Dabei spielt vor allem auch das Interesse und die Aufmerksamkeit des Konsumenten eine entscheidende Rolle.