Schleichwerbung

Wer mit Schleichwerbung arbeitet, kann sich in Deutschland eventuell strafbar machen. Hier kommt es jedoch auf die Situation an und auf die Frage, ob der Spot bzw. die Werbung genehmigt ist. Die Schleichwerbung hat eine lange und mysteriöse Geschichte. Bei der Werbeindustrie hat es in erster Linie mit einer ganzen Reihe von Vorteilen zu tun, die der Kunde erhält. In erster Linie ist es jedoch wichtig, dass man hier als Kunde auf die Vorteile von Schleichwerbung schaut.

Die Geschichte der Schleichwerbung beginnt mit einem kleinen Kino in den USA der 1950er Jahre. Ein findiger Unternehmensberater hatte eine zündende Idee und entschied sich dazu, in den Pausen zwischen den einzelnen Vorstellungen kurze Bilder von Softgetränken und Popcorn einzublenden. Laut eigener Aussage stieg daraufhin der Umsatz von Cola und Popcorn sprunghaft an. Viele Kinobesucher rannten zum Thresen und kauften Nachschub.

Nach dieser Geschichte wurde die Werbeindustrie hellhörig. War es tatsächlich möglich, mit einem minmalen Aufwand und minimalen Kosten, einen so hohen Nutzen zu erzielen? Während sich in der Werbeindustrie Aufbruchstimmung etablierte, geriet die Politik in Panik. In zahlreichen Industrienationen wurde diese Form der Werbung schnell verboten. Beispielsweise in England und Australien ist es bis heute verboten, auf diese subtile Art und Weise zu werben. Auch in den USA sollte ein Verbot auf den Weg gebracht werden. Doch bis zum heutigen Tag gibt es kein solches Verbot, das über so etwas entscheidet. In erster Linie war es also ein Vorteil, den die Werbeindustrie ausschöpfen konnte.

Natürlich blieb diese Entwicklung auch der Wissenschaft nicht verborgen. In zahlreichen Tests und Untersuchungen wurde die Wirksamkeit dieser Form der Werbung untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis: Diese Art der Werbung war weitgehend wirkungslos und konnte den Konsumenten nur schwer erreichen. Doch warum hatte die Schleichwerbung für soviel Aufruhr gesorgt? Ganz einfach: Wenn wir ein Plakat an der Litfaßsäule oder in der Zeitung sehen, dann wissen wir, dass wir gezielt zum Kauf bewegt werden sollen. Dass wir auch außerhalb unseres Bewusstseins manipuliert werden, war wohl eindeutig zuviel für den Konsumenten.

Der ganze Marketing-Gag wurde schließlich Anfang der 1980er Jahre aufgelöst und sorgte auch dafür, dass sich immer mehr Menschen von dem Gedanken verabschiedeten manipuliert zu werden. Letztendlich gab der Kinobesitzer zu, dass er sich die ganze Geschichte nur ausgedacht hat. Bedeutet dies, dass diese Form der Werbung wirkungslos ist? Nicht ganz.

Schleichwerbung – egal in welcher Form – ist nie komplett wirkungslos. Das wissen vor allem Konsumenten, die sich mit dem Thema befassen. Wenn beispielsweise in einer Fernsehshow öfter das Logo einer Brauerei zu sehen ist, hat dies einen gewissen Effekt auf uns. Dieser Effekt wird jedoch weitgehend überbewertet. In erster Linie ist dieser Effekt deutlich weniger wirkungsvoll als oftmals suggeriert. In der Regel werden wir beeinflusst, doch letztendlich ist dieser Effekt vor allem von der Branche überbewertet worden.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass die Werbung zwar eine wichtige Rolle spielt. Die Bedeutung von Schleichwerbung wurde jedoch in der Vergangenheit immer wieder überbewertet, deshalb ist es auch wichtig, dass man gerade bei diesem Thema die „Kirche im Dorf“ lässt.